Theo lässt sich nicht aufhalten

Matthias Eder. KI.KA 2013, Redaktion: Nonfiktion, verantwortl. Redakteurin: Silvia Keil, Produktion: house of media, Berlin

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Landesbischof Dr. Bedford-Strohm, Familie Garthe, Redakteure KI.KA

Begründung der Jury

Der zehnjährige Theo ist ein pfiffiger Bursche, der sich nicht so leicht aus der Bahn werfen lässt. Das ist auch gut so, denn Theo besitzt einen regelrechten Fuhrpark. Sein ganzer Stolz ist ein Quad, mit dem er regelmäßig über eine Motocross-Strecke braust. Das allein wäre allerdings kein Grund, Theo zum Helden eines Films aus der KI.KA-Reihe „Schau in meine Welt“ zu machen. In den Beiträgen erzählen Kinder Geschichten über Lebenswelten, die der Zielgruppe unbekannt sind.

Theo passt ausgezeichnet in diese Reihe, denn er ist ein großartiges Beispiel dafür, wie man sein Leben meistert, auch wenn man anders ist als die anderen: Theo hat keine Beine. Darüber hinaus dient der Film als leuchtendes Vorbild für die Reihe, denn Matthias Eder ist ein nahezu perfektes Porträt gelungen. Die Bildgestaltung lässt von Anfang an keinen Zweifel daran, dass sich das Porträt voll und ganz auf den kleinen Helden einlässt: weil sich die Kamera auf seiner Augenhöhe bewegt.

Davon abgesehen ist Theo aus Sicht der Zuschauer eine ideale Anschlussfigur. Als Junge ohne Unterleib weckt er automatisch Aufmerksamkeit, aber der Titel „Theo lässt sich nicht aufhalten“ verdeutlicht, dass dies kein Film ist, in dem es in erster Linie um Mitgefühl gehen soll: Theo ist selbstbewusst und sympathisch, im Alltag scheinen ihm die Beine kaum zu fehlen, weil er sie durch die Muskelkraft seiner Arme und diverse fahrbare Untersätze kompensiert. Natürlich vermittelt das Porträt auch ein Integrationsanliegen, aber das hat Eder gut verpackt. Und so ist dem Autor und Regisseur ein Film gelungen, der vor allem Mut macht, weil er Kindern eine positive Botschaft vermittelt: Wenn Theo das schafft, dann schaff’ ich das auch.