CHECKER TOBI. Der Leben- und Sterben-Check

Birgitta Kaßeckert (verantw. Redakteurin) und Johannes Honsell (Regie), BR 2016, Redaktion: Kinderprogramm, Produktion: megaherz, München, Koproduktion: FWU, Grünwald

Lukas Barth

Birgitta Kaßeckert, Johannes Honsell

Begründung der Jury

Dass der Tod zum Leben gehört, ist eine Plattitüde. Dennoch wird diese Einsicht im Alltag konsequent verdrängt. Umso wichtiger ist es, dass sich auch das Kinderfernsehen mit solchen Themen beschäftigt. Der berührende Beitrag „Der Leben- und Sterben-Check“ aus der Reportagereihe „Checker Tobi“ tut dies auf vorbildliche Weise. Großes Lob gebührt dabei Redaktion und Produktion, die ausgezeichnete Gesprächspartner für den Moderator Tobias Krell gefunden haben, allen voran eine junge Bestatterin, die sich mit ihrer Mischung aus Attraktivität, Ausstrahlung und Gelassenheit als echter Glücksfall entpuppt.

Trotzdem macht es die Sendung ihrem jungen Publikum nicht leicht. Denn sie befasst sich nicht nur mit dem Sterben, sondern auch mit der Frage, was danach kommt; dass die Macher eine Antwort schuldig bleiben, kann man ihnen schlecht zum Vorwurf machen. Neben der feinfühligen Behandlung des Themas zeichnet sich die „Checker Tobi“-Folge nicht zuletzt durch eine positive Botschaft aus: Obwohl es in den Gesprächen mit der Bestatterin oder mit Kindern, die ein Elternteil verloren haben, stets um den Tod geht, ist die Sendung ausgesprochen lebensbejahend.

Großen Anteil daran hat ein Besuch in einem Hospiz. Krells Interview mit einem Krebskranken ist alles andere als niederschmetternd, weil der Mann, obschon erst fünfzig, mit sich im Reinen ist. Gerade dank seiner Mitwirkung vermittelt die Sendung glaubwürdig, dass der Tod nichts Schreckliches ist; und dass er nicht nur zum Leben gehört, sondern das Leben überhaupt erst lebenswert macht.