Bericht Allgemeine Programme 2022

Aus der Geisendörfer-Jury Allgemeine Programme / Von Heike Hupertz

Seit 1983 würdigt die Evangelische Kirche in Deutschland mit dem Robert Geisendörfer Preis herausragende Leistungen deutscher Hörfunk- und Fernsehsender, seit zwei Jahren werden auch Verantwortliche und Kreative von Onlineformaten geehrt. Laut Statut des Preises sollen "Sendungen ausgezeichnet werden, die das persönliche und soziale Verantwortungsbewusstsein stärken, die zur gegenseitigen Achtung der Geschlechter und zum guten Miteinander von Einzelnen, Gruppen und Völkern beitragen, die die christliche Orientierung vertiefen und einen Beitrag zur Überwindung von Gewalt leisten". Die Jury Allgemeine Programme tagte am 4. Mai in Mainz unter dem Vorsitz des Kirchenpräsidenten von Hessen-Nassau Volker Jung. Sie vergab insgesamt sechs Preise und den Sonderpreis. Heike Hupertz war Mitglied der Jury.

epd Wer relevant bleiben will, muss sich verändern. Auch die Verantwortlichen des Robert Geisendörfer Preises haben auf gesellschaftliche Veränderungen reagiert. Nachdem im vergangenen Jahr "radiomäßige" und "fernsehmäßige" Online-Produktionen noch im Kontingent von Hörfunk und Fernsehen aufgingen, hat die Jury in diesem Jahr zum ersten Mal zwei zusätzliche Online-Preise vergeben. Zusätzliche Ausspielwege werden nun im direkten Vergleich diskutiert, Social Media verstärkt in den Blick genommen, das veränderte Rezeptionsverhalten der Jüngeren und neue Formen mit den beiden neuen Preisen zentral berücksichtigt.

Während im vergangenen Jahr, der Pandemie geschuldet, noch online gesichtet und auch im Digitalmeeting diskutiert werden musste, konnten sich die Beteiligten in diesem Jahr wieder in Präsenz treffen. Gesichtet wurde zuvor digital, über eine spezielle Datenbank. Über diese Verteilung - individuell sichten, gemeinsam in Präsenz debattieren - äußerte sich die Jury positiv. Gemeinsam wurden vor Ort die Seh- und Höreindrücke jeder Produktion aktualisiert und vertieft.

 

# Bilder des Schreckens

Zu bewerten waren die von der Vorauswahljury weitergereichten Produktionen: sechs Hörfunkstücke, zehn Fernsehproduktionen und insgesamt zehn Online-Produktionen, von denen wiederum fünf in die Kategorie Video fielen und fünf in die Kategorie Audio. Zusätzlich hatte die Jury des Kinderpreises eine Produktion übermittelt, die sich ihrer Einschätzung nach mehr für die "Allgemeinen Programme" eignete. Die Einschätzung zu "Seepferdchen" war insgesamt positiv, für die Jury kam der Beitrag aber für einen Preis nicht in Betracht.

Bei den Hörfunkproduktionen beeindruckte das Hörspiel "Briefe aus der Hölle" (HR) die gesamte Jury stark. Das Stück von Andreas Weiser basiert auf Augenzeugenberichten des jüdischen "Sonderkommandos Auschwitz", die einzelne Häftlinge im Lager schrieben und in kleinen Gefäßen vergruben. 2019 wurden diese restaurierten Briefe von dem russischen Historiker Pavel Polian erstmals in einem Buch zugänglich gemacht.

Aus den zwischen 1945 und 1980 gefundenen Zeugnissen über die erzwungenen Tätigkeiten spricht das pure Grauen. Selbst jüdisch, mussten die Briefschreiber andere Juden in die Gaskammern führen, sich an den Ermordungen beteiligen, die Leichen verbrennen. Der Regisseur und Komponist Andreas Weiser hat die Briefe in seiner Hörspielumsetzung dramaturgisch angemessen, zurückhaltend, gleichwohl überaus bewegend arrangiert. Die Jury hob Zusammenstellung, Schnitt und Sounddesign besonders hervor.

Die Bilder des Schreckens entstehen in den Köpfen der Zuhörenden, sie sind historisch authentisch und unglaublich nah. Ein Juror sagte, dass "Briefe aus der Hölle" die Hörer fast sprachlos zurücklässt. Umso folgerichtiger war es, das Hörspiel mit dem Geisendörfer-Preis auszuzeichnen und somit nach dem Motto Robert Geisendörfers Fürsprache zu üben.

Sehr viel leichter war der Ton in der Diskussion über das NDR-Hörspiel "Anton und Pepe" von Axel Ranisch und Paul Zacher. Mehrere Jury-Mitglieder betonten, wie viel Vergnügen ihnen diese queere Hörspielserie bereitet habe, nicht nur mit der Vielzahl aktueller gesellschaftlicher Fragen, die hier lebensnah und humorvoll behandelt werden, sondern auch durch die immanente Tiefe. Anton und Pepe lieben sich - und unternehmen es, mit all ihren Liebsten ein großes Patchworkgebilde namens "Familie" zusammenzunähen. Es geht um diverse Lebensentwürfe, um zwei Jungs aus einer Berliner Platte, ihre frühpubertären Wege, ehe sie zwei Jahrzehnte später heiraten.

Die Serie ist lang und sehr detailverliebt inszeniert. Genau lang genug, so meinte ein Juror, denn diese überbordende Mischung aus Coming-of-Age-Geschichte, Liebesgeschichte und Familienkomödie ist ein Fall für viele Folgen. Man möchte wissen, was noch alles passieren kann, wenn die Bedeutung von Familie so neu und stets wärmstens ausgehandelt wird. Es geht hier höchst unterhaltsam um Vertrauen und Akzeptanz, um das So-Sein, Zuhören und die Nächstenliebe. Für Axel Ranisch und Paul Zacher, nach deren Leben "Anton und Pepe" entworfen ist, gab es den Geisendörfer Preis.

Ebenfalls in der engeren Auswahl war das Radiofeature "Herrn Nickels Schuhe" (Radio Bremen). Autor Jens Schellhass hat für diesen Beitrag sieben Tage und Nächte in einer Senioren- und Pflegeeinrichtung verbracht. Das Feature unternimmt mit den Bewohnern und Bewohnerinnen eine Reise ins Alter, mehrstimmig und vielfältig. Schellhass porträtiert nah und nahbar, beschreibt lebendig und unaufgeregt. Das Reizthema Pflege hat einmal Pause, so sah es die Jury. Das Leben steht im Mittelpunkt.

 

# Nähe und Emotionen

Ganz anders angelegt war "Clanland - Schrecklich nette Familiengeschichten", ein Podcast des jungen RBB-Senders Radio Fritz. Die Jury fand auch diese Produktion "sehr direkt" und "sehr unvermittelt". Die Autoren Marcus Staiger und Mohamed Chahrour begeben sich auf Recherchereise zu arabischen Clans. Härten des Umgangs werden als Authentizität präsentiert, Nähe und Emotionen wesentlich miterzählt. Es ist viel zu erfahren über "Clans", über Vorurteile, Grenzwertiges und Ungerechtigkeiten. Insgesamt jedoch bleibt ein etwas zwiespältiger Eindruck. Aufklärung findet statt, aber eventuell, so gaben Mitglieder der Jury zu bedenken, ist die gewollte Nähe zu den Protagonisten doch kontraproduktiv.

Für das eindrückliche Feature "Der Bruch" (Deutschlandfunk Kultur) sprach Autor Ofer Waldman mit seinem Vater Dan, der 1967 als junger Israeli im Sechs-Tage-Krieg mitkämpfte. Die Zuhörenden werden zu Ohrenzeugen. Eine "packende Erzählung", sagte ein Jury-Mitglied, die den bis heute ungelösten Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern in Erinnerung ruft. Ein wichtiges Stück, Historie wird anschaulich verlebendigt: "Wissen und Gewissen werden hier aktualisiert."

Beeindruckt war die Jury auch von dem Feature "Babys für die Welt - Das Geschäft mit ukrainischen Leihmüttern" von Inga Lizengevic (Deutschlandfunk/SWR/ORF). Abgesehen von der Tiefe und Breite, indem hier das Thema Kinderwunsch, insbesondere aber die Ukraine als ein Zentrum von Babyfabriken dargestellt wird, gelingen der Produktion auch eindrückliche Porträts und Statements von Betroffenen - sowohl der Leihmütter, als auch der Kinderwunsch-Paare. Umfassend recherchiert, sachlich und höchst informativ wird in "Babys für die Welt" schonungslos offengelegt, wie mit Säuglingen Geschäfte gemacht werden, inklusive Geld-zurück-Garantie bei Nichtgefallen oder Behinderung. Der Beitrag blieb bis zuletzt im Preisrennen.

 

# Rassismus im Sport

Bei den Fernsehproduktionen sind Informations- und Kulturbeiträge stets genauso vertreten wie fiktionale Spielfilme, Dokumentationen und serielle Beiträge. In vielen Preisjahren führte dies dazu, dass die Jury sich für einen Preis für eine dokumentarische und einen für eine fiktionale Produktion entschied. In diesem Jahr erhielten zwei Dokumentationen den Geisendörfer-Preis: "Schwarze Adler" (Amazon Prime/ZDF) von Torsten Körner und "Der Fall el-Masri" (ZDF/Arte) von Stefan Eberlein.

"Schwarze Adler" beleuchtet auf äußerst anschauliche und bewegende Weise Rassismus im deutschen Fußball, der Sport wird hier zum Spiegel der Gesellschaft. Für Fußballer und Fußballerinnen ist es eine Sache des Stolzes, für die Nationalmannschaft zu spielen und Deutschland zu repräsentieren. Das gilt auch für die schwarzen Protagonistinnen und Protagonisten des Films, obwohl sie selbst Rassismus erfahren haben. Obwohl man ihnen den Stolz oder die Berechtigung, Deutschland zu repräsentieren, immer wieder abgesprochen hat.

Dem Filmemacher gelingt es, für das Thema "Rassismus im Fußball" Bilder und Geschichten zu finden und so intensiv und komplex zu veranschaulichen, wie man es bisher nicht gesehen hat. Der Film beeindruckte die Jury formal und inhaltlich. Archivfunde und Aktualität werden hier herausragend verknüpft.

Die Dokumentation "Der Fall el-Masri" ist spannend wie ein Thriller. Aber sie ist auch politisch hochbrisant. Akribisch und aufwendig recherchiert, befand die Jury, versucht der Film hartnäckig, Antworten zu erhalten. Über den Fall ist viel spekuliert worden, aber, so zeigt es diese Produktion, es geht hier nicht bloß um den Einzelfall der Entführung eines deutschen Staatsbürgers, gekidnappt in Mazedonien vom US-Geheimdienst, nach Afghanistan verschleppt, in einem Geheimgefängnis gefoltert und als "Verwechslung" nach fünf Monaten in einem Wald in Albanien freigelassen. Es geht um den deutschen Rechtsstaat und das Versagen seiner Wehrhaftigkeit gegenüber einer ausländischen Macht.

Mit großer Beharrlichkeit und mit langem Atem, Ruhe und Raum für seinen Protagonisten Khaled el-Masri schaffend, macht Eberlein die Zusammenhänge deutlich und gibt dem Opfer Würde zurück. Ein Film wie eine beklemmende Mahnung.

In der engeren Auswahl waren auch die Dokumentation "Wer wir sind - Die DNA des Ostens" (MDR) und "#VOXStimme" (Vox). Beide Formate versammeln Kurzporträts, sind empfehlenswert und erweitern den Horizont. "Der" Osten ist mehr als Pegida und Ostalgie, das wusste man bereits, in "Wer wir sind" werden interessante Personen vorgestellt. Im Short-Format "#VOXStimme" tritt täglich eine andere Person, ob Promi oder Normalo, vor die Kamera und präsentiert in zwei Minuten ein Herzensthema (etwa Günther Jauch zu Alphabetisierung). "Pur und direkt", befand ein Jury-Mitglied.

"Charité intensiv - Station 43" (RBB) von Carl Gierstorfer und Mareike Müller blieb lange in der Diskussion. Der Alltag auf der Intensivstation, mitten in der zweiten Corona-Pandemiewelle, wurde nach Einschätzung der Jury journalistisch vorbildlich eingefangen.

Die französische Arte-Dokumentation "Gorbatschow. Paradies" von Vitaly Mansky setzte dem Staatsmann als hochbetagtem Menschen, der auf sein Leben und die Zeitläufte zurückschaut, ein angemessenes, elegisches Denkmal.

 

# Alltagserfahrungen und Augenhöhe

Das Stück "Rabiat: Jugend für'n Arsch" (ARD/Radio Bremen) gibt sich in der Ansprache des jungen Publikums dagegen betont flapsig. Hier geht es um Jugendliche, deren Leben in der Pandemie vorübergehend stillgestellt wurde. Die Reporterin Alina Schulz legt viel Wert auf Alltagserfahrungen und Augenhöhe. Informativ, aber nicht herausragend, so sah es die Jury.

Unter den fiktionalen Beiträgen fand besonders "Geliefert" (ARD/BR) von Jan Fehse mit Bjarne Mädel in der Rolle des Helden und Paketzustellers große Resonanz in der Debatte. Am Ende verpasste der Film knapp einen Preis.

Als nicht ganz so überzeugend wurde "3 1/2 Stunden" (ARD/Degeto) von Ed Herzog und Robert Krause diskutiert. Hier war die deutsche Teilung als Echtzeit-Drama des 13. August 1961 zu sehen - am Beispiel einer Zugfahrt von München nach Berlin. Unterschiedliche Menschen, Leben, Wünsche und Hoffnungen sind an Bord. Für manche ist die Art der Darstellung zu gefühlsbetont.

Die romantische Science-Fiction-Komödie "Ich bin dein Mensch" (SWR) von Maria Schrader sah die Jury als kluge Lovestory, die bedenkenswerte Fragen über Künstliche Intelligenz, Emotionen und auch seltsame Wege der Liebe stellt. Einige Juroren waren aber der Ansicht, dass dieser Film nicht ganz zu den Statuten des Geisendörfer Preises passt.

 

# Journalistische Aufklärung

Einer der beiden neuen Online-Preise ging an den Podcast "Noise" (Undone, Studio Bummens). In dem politischen Hörformat leisteten die beiden Produzenten, Autoren und Hosts Khesrau Behroz und Patrick Stegemann direkt vor der Bundestagswahl 2021 in hervorragender Weise journalistische Aufklärung. Dabei glänzt "Noise" nach Meinung der Jury nicht nur durch besonders sorgfältige Recherche, sondern auch durch spannendes Storytelling, das Analyse und Zusammenhänge beeindruckend hörbar macht.

In "Noise" gehen Behroz und Stegemann der Frage nach, wer hinter den besonders lauten Stimmen in den sozialen Netzwerken steckt. Sie machen ihre Recherchen beispielhaft mitdenkbar und setzen so einen Meilenstein des politischen Podcast.

In der engeren Auswahl war auch "Y-Kollektiv - Der Podcast" mit der Folge "Für Deutschland sind wir nichts - Der 24/7 Job in der Altenpflege" (Sendefähig/Radio Bremen/Funk). Im Vergleich erschien der Jury dieser Podcast als nicht optimal proportioniert. Die Einführung wurde als sehr ausführlich empfunden. Ein wenig sei es so, als hätten die Macherinnen das Thema Pflege gerade entdeckt, sagte eine Jurorin.

Der Journalist Manuel Möglich sprach für seinen Podcast "Wild Germany" in der Folge "Nach dem Hass: Aussteiger\*innen aus der rechtsextremen Szene" (Sendefähig/Spotify), mit einem Ex-Neonazi und der auch aus anderen Sendungen bekannten Lisa Licentia. Die Gespräche bewerteten einige Jury-Mitglieder als "nicht tief genug", auch war vieles, was hier besprochen wurde, bereits aus jüngeren TV-Dokumentationen bekannt.

 

# Radikal persönlich

"Sick of it - Statements einer Sterbenden" (Flow Media Company/WDR) war für einige Jurymitglieder der stärkste Beitrag der Vorauswahlliste. Radikal persönlich, selbstbestimmt nimmt die inzwischen verstorbene Rundfunk-Sprecherin Franziska Knost im Gespräch mit dem Filmregisseur Tamer Jandali das Publikum mit "auf die letzten Meter ihrer Lebensreise". Für eine Jurorin zeigte dieser Podcast "alles, was ein guter Podcast leisten kann".

Der Podcast "Trisomie - Warum ein Bluttest uns alle angeht" (Bremen Zwei) von Claudia Scholz und Lisa-Maria Röhling war durchaus informativ, spielte aber bei der Preisfindung keine Rolle.

Bei den "fernsehmäßigen Online-Produktionen" schaute die Jury vor allem auf Produktionen, die die besonderen Bedingungen und Möglichkeiten der digitalen Ausspielwege beispielgebend nutzen. Eine bemerkenswerte eigene Bildsprache und einen eigenen Umgang mit der kurzen Form und Präsentation fand die Jury bei "Arte FAQ" (RBB für Arte). Einmal pro Woche werden hier "die Fragen, die der Community kommen" beantwortet. Statt allgemeingültiger Antworten werden differenzierte Positionen angeboten - hochkant, im Format 9:16, auf Snapchat und Instagram, mit eigener Ästhetik.

Die Jury lobte die Leistung und den Innovationsgeist des Formats in einem sich stark entwickelnden Umfeld. Sie hob hervor, dass hier junge Menschen verlässlich informiert werden und einigte sich auf einen Geisendörfer-Preis für "Arte FAQ".

Im Wettbewerb der vorausgewählten Produktionen war auch der Funk-Beitrag aus der Reihe "TRU Doku" über zwei Mädchen, deren Mutter in der Schwangerschaft getrunken hat. Das Porträt der beiden Zwillinge sei eindringlich und informativ, stellte die Jury fest.

 

Der MDR-Beitrag "So close: They call us Ausländerteam", entstanden für die ARD-Mediathek, behandelte das Thema Rassismus im Fußball. Im Vergleich mit anderen Sendungen erschienen die einzelnen Folgen der Jury zu lang geraten.

Die Porträt-Reihe "Naber? Was geht! - Dein Weg, deine Story" (SWR) stellt in zehnminütigen, wöchentlich auf Youtube veröffentlichten Einzelfolgen junge Frauen mit türkischen oder kurdischen Wurzeln vor. Während einige Juroren den direkten Ansatz und die Repräsentation als sehr gelungen betrachteten, war anderen das Format journalistisch zu distanzlos. Ihrer Einschätzung nach war hier zu viel Einvernehmen zwischen Protagonistinnen und den Journalistinnen, die mit ihnen sprechen.

In "Kurzzeitschwester" (NDR) schließlich erzählt der Autor Philipp Lippert auf persönliche Weise, spannend und sehr stark in der Recherche, von der Suche nach seiner zeitweiligen Pflegeschwester. Es gab kleine Einwände ("True Crime"-Ästhetik), insgesamt aber war der Eindruck der Jury sehr positiv. Am Ende überwog jedoch die Sicht, dass es sich hier um eine eher klassische dokumentarische Arbeit handelt, der Ansatz war der Jury nicht innovativ genug.