Unsere Zehn Gebote – 5. Gebot: Du sollst nicht töten

verantwortliche Redakteurin Christa Streiber und die Produzentin Ingelore König. MDR 2006 (Redaktion: Kinder und Soziales)

Jörn Neumann

Ingelore König, Christa Streiber, Pfarrer Bernd Merz, Vorsitzender der Jury „Kinderprogramme“

Begründung der Jury

Aus einem in der Breite eher schwachen, in der Spitze aber ausgezeichneten Kontingent ragte die Reihe „Unsere Zehn Gebote“ (MDR/KI.KA) konkurrenzlos heraus. Die Filme sollen belegen, dass es sich bei den alttestamentarischen Geboten nicht bloß um 3000 Jahre alte Steintafeln handelt, sondern dass sie in unserer vordergründig weitgehend säkularisierten Gesellschaft immer noch tief verankert sind. In den kurzen, sehr komprimiert erzählten Geschichten geht es um teils alltägliche, teils tiefgreifende Ereignisse aus dem Kinderalltag. Den dramaturgisch intensivsten Eindruck hinterließ Folge fünf, „Du sollst nicht töten“. Während sich beispielsweise der Konflikt in Folge sechs („Du sollst nicht ehebrechen“) allzu leicht aus der Welt räumen lässt, sorgt gerade der ausgezeichnet geführte junge Leonard Carow als Hauptdarsteller der Verfilmung des fünften Gebots dafür, dass sich Kinder mit der geschilderten Situation identifizieren können: Plötzlich ist er Herr über Leben und Tod und hat die Möglichkeit, sich an einem älteren Schüler für erlittene Demütigungen zu rächen.

Die Schlüsselszene des Films, in der der Junge den Gewissenskonflikt durchlebt, ist von enormer Intensität; ein echter Gänsehautaugenblick, der als stärkster Moment aus zehn mal fünfzehn Minuten im Gedächtnis bleibt. Warum diese Produktion der Erfurter Firma Kinderfilm einen protestantischen Fernsehpreis erhält, scheint auf der Hand zu liegen. Doch der Jury imponierte vor allem, dass die unterhaltsamen und kurzweiligen Filme ihre biblischen Botschaften zwar keineswegs bis zur Unkenntlichkeit verpacken, aber trotzdem alles andere als offenkundige Missionierungsversuche darstellen. Preisträgerinnen sind die Initiatorin der Reihe, Kinderfilm-Geschäftsführerin Ingelore König, und die verantwortliche Redakteurin des MDR, Christa Streiber.