Rede 2012 von Bernd Merz

Pfarrer Bernd Merz, Vorsitzender der Jury „Kinderprogramme“

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Stefan Höh, Stepan Altrichter (Preisträger Kinderfernsehen), Bernd Merz (Vorsitzender der Jury Kinderprogramme)

Liebe Preisträgerinnen und Preisträger des Robert Geisendörfer Preises, sehr geehrter Herr Intendant Wilhelm, lieber Herr Landesbischof Fischer, sehr geehrte Damen und Herren, Was ist gutes Fernsehen für Kinder ? Diese Frage hat sich die Jury Kinderprogramme des Robert Geisendörfer Preises auch in diesem Jahr zwei Tage lang immer wieder gestellt. Und da alle Jurymitglieder zugegebenermaßen im Erwachsenalter sind, mussten wir uns auch immer wieder in Kinderköpfe und Kinderherzen hineinzudenken versuchen. Das ist gar nicht so schwer, weil die Kinder von heute die Filmenthusiasten von morgen sein werden. Man kann viel lernen, wenn man sich mit ihnen ernsthaft beschäftigt. Um Sie daran teilhaben zu lassen, haben wir eine an Fernsehfilmen interessierte Klasse einer Grundschule besucht.

Ob Aliens oder Delphine, Abenteuer oder eine Titanic, die nicht sinkt, auch junge Zuschauer haben ernst zunehmende Vorstellungen und sie haben einen Anspruch auf Qualität.

Die Jury zeichnet zum neunten Mal Sendungen aus, um ein Zeichen zu setzen, dass es bei Kinderfernsehen zuerst um Qualität geht und nicht um Quote, beginnt beides mit Qu, beides ist wichtig, Qualität aber hat beim Kinderfernsehen eine herausragende Bedeutung. Klingt komisch, ist aber so.

Wenn wir, wie es immer heißt, in einer Mediengesellschaft leben und diese Medien unsere heranwachsenden Kinder prägen, dann darf ein Kinderfernsehpreis nicht auch noch ‚irgendwie dabei’ sein, dann ist er das Wichtigste, geht es doch um Qualitätsprogramm für Menschen, die ihre Orientierung in dieser Gesellschaft erst noch finden müssen – und die das zunehmend durch den Konsum von Medien tun. Das müssen wir Erwachsenen uns immer und immer wieder klarmachen. Besonders heute, in der Welt des freien Zugangs zu allen denkbaren Bildern im Internet. Und deshalb darf und muss hier Qualität eine viel, viel größere Rolle spielen als die Quote. Und die jungen oder kleinen Menschen, im die es geht, die darf man dabei nicht aus dem Blick verlieren. Das ist mindestens so wichtig wie die Rentendiskussion. Es geht um Zukunft.

Mit den Preisen für Kinderprogramme will die Jury Robert Geisendörfers christlichen Überzeugungen gerecht werden: Die Stimme zu erheben für die, deren Stimme nicht gehört wird. Für die Kleinsten, die Jüngsten.

Und deshalb freue ich mich in diesem Jahr über zwei Preisträger, die aus Sicht der Jury herausragendes Fernsehen für Kinder geschaffen haben, von dem es nie genug geben kann.

Und damit komme ich zur Preisverleihung, mit einem Dank an die Wolfgang- und Gerda- Mann Stiftung, die diesen Preis „Kinderprogramme“ mit ins Leben gerufen hat und jedes Jahr mit ermöglicht (beide sind heute hier) und an die Jury-Mitglieder, die nicht nur Zeit sondern vor allem Kompetenz investiert haben: Margret Albers, Jörg-Holger Behrens, Tilmann P. Gangloff, Maja Götz, Udo Hahn, Karl-Heinz Käfer, Gerda Mann und Heike Mundzeck.