Federica - Keine Angst vor Toten

(Aus der Reihe: Schau in meine Welt) Autor und Regisseur Michael Maack. MDR 2012, Redaktion: Kinder/Soziales, verantwortl. Redakteur: Ralf Fronz, Produktion: Saxonia Entertainment, Leipzig

epd/Stephan Wallocha

Ralf Fronz, Redakteur MDR, Federica, Protagonistin Kinderfernsehpreis, Bernd Merz

Begründung der Jury

Eine der wichtigsten Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Kinderfernsehens besteht darin, Kindern eine Stimme zu geben. Der Film „Federica – Keine Angst vor Toten“ aus der Kika-Reihe „Schau in meine Welt“ tut dies auf vorbildliche Weise. Ohne die Ablenkung durch einen für Reportagen dieser Art obligaten allwissenden Kommentar kann man sich voll und ganz auf ein Mädchen konzentrieren, das ausgesprochen ungewöhnlich ist; und das keineswegs bloß, weil Federicas Familie das dienstälteste Bestattungsunternehmen in Magdeburg führt. Natürlich fällt der Film thematisch aus dem Rahmen, schließlich wird im Fernsehen wie im Alltag gern verdrängt, dass zum Leben auch der Tod gehört. Oft jedoch ächzen gerade solche Beiträge unter der Last ihres Anliegens; nicht selten, weil sie das Thema möglichst unverkrampft behandeln wollen.

Autor und Regisseur Michael Maack vermeidet diese Nebenwirkung, indem er sich voll und ganz auf seine Heldin konzentriert. Federica erweist sich dieses Vertrauens mehr als würdig. Mindestens so wichtig wie ihre Eloquenz und die Fähigkeit zur Selbstreflexion ist ihre Natürlichkeit, die sie sich auch durch die Anwesenheit der Kamera nicht nehmen lässt. Maack wiederum gibt ihr den Raum, den sie braucht, um ihre Persönlichkeit zu entfalten. Die Botschaft, dass der Tod etwas ganz Normales ist, vermittelt sich auf diese Weise angenehm beiläufig. Sehr sympathisch ist auch der überraschende Humor des Films. Und so hat Michael Maack geradezu perfekt umgesetzt, was sich die Reihe „Schau in meine Welt“ zur Aufgabe gemacht hat: „die Zuschauer emotional bewegen, Wissen vermitteln und dadurch gut unterhalten“.