Sechs Tage - sechs Länder. Leben in Zeiten der Eurokrise

Redakteur Peter Heilbrunner und Redakteur Edgar Heinz (stv. für das Team). SWR 2012, Redaktion: SWR 3 / Chefredaktion Hörfunk

epd/Stephan Wallocha

Peter Knetsch, Peter Heilbrunner, Preisträger Hörfunk, Ulrich Fischer

Begründung der Jury

Spanien: Eine junge Frau will Eizellen spenden, sie braucht Geld. Frankreich: Auch gut ausgebildete junge Leute sind ohne Chance auf dem Arbeitsmarkt und fühlen sich ausgegrenzt; die „Generation Prekariat“ wählt rechts- oder linksextreme Parteien. Die Frau von der Krankenkasse formuliert radikal: Das griechische Gesundheitssystem sei aktive Sterbehilfe. Illias, ein Grieche, eröffnet in der estnischen Hauptstadt Tallin ein Restaurant und kann es nicht fassen, wie unbürokratisch und schnell hier Formalitäten erledigt sind. Marco, der italienische IT-Spezialist, hält sich gerade noch so über Wasser und denkt ans Auswandern. In Großbritannien geraten immer mehr Menschen in die Fänge von Kredithaien und damit in die Schuldenspirale. „Sechs Tage – sechs Länder“ ist ein vielfältiger und eindrücklicher Bilderbogen über Menschen und ihren Alltag im Kriseneuropa.

Banken am Abgrund, Rettungsschirme, Fiskalpakt, Euro und Wirtschaftskrise … Europa hat seit Jahren ein erdrückendes Thema, das hierzulande häufig abstrakt und sehr fern wirkt. In diesem Hörfunkprojekt wird es sehr lebendig und sehr nah: Das Leben, das Überleben in Zeiten der Eurokrise. SWR3 und die Chefredaktion Hörfunk nutzen das öffentlich-rechtliche Pfund: ihre Korrespondenten. 18 kleine Hörstücke aus sechs Ländern sind farbig gestaltete Facetten eines Kaleidoskops, das Ausmaß und Tiefe der Krise in verschiedenen Ländern verdeutlicht. Das persönliche Herausforderungen und staatliche Defizite erkennbar werden lässt. Das Hoffen und Versagen zeigt, originelle Ideen und moralisch zweifelhafte Ideen präsentiert. Das ein Stück Europa und seine derzeitige Krise erlebbar macht und zeigt, wie kluge Programmpolitik auch in einer Popwelle Informationen unterbringt, die gleichsam nebenbei den Blick öffnen für einzelne Menschen, andere Länder, politische Strukturen und Zusammenhänge.