Rede 2014 von Pfarrer Bernd Merz

Rede von Pfarrer Bernd Merz, Vorsitzender der Jury „Allgemeine Kinderprogramme”

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von links, obere Reihe: Udo Hahn, Bernd Merz, Eric Mayer, Moderator, Silke Penno, Redakteurin ZDF, Maya Götz, Jury Kinderprogramme; vorne: Theo Garthe, Matthias Eder, KIKA, Tim Engelmann, ZDF

Sehr geehrter Herr Intendant Wilhelm, lieber Landesbischof Bedford-Strohm, lieber emeritierter Bischof Fischer, liebe Preisträgerinnen und Preisträger, sehr geehrte Damen und Herren,

nach diesen würdigen Auszeichnungen für Erwachsenen-Programme lade ich Sie jetzt ein, mit mir die Perspektive zu wechseln. Nicht die Perspektive hinsichtlich der Inhalte von qualitätsvollen Sendungen, wohl aber die Perspektive auf die Rezipienten. Wir wenden uns jetzt den kleinen Zuschauern zu. Auch dabei geht es um Qualität, um Besonderes, um Eindrückliches. Dargeboten allerdings auf eine andere Weise, denn diejenigen, die diese Programme sehen, sind –simpel gesagt – kleiner. Von daher muss man auch als Großer anders schauen.

Das hat die Jury „Kinderprogramme“ des Robert Geisendörfer Preises getan, um besonders gelungene Sendungen zu entdecken, zu diskutieren – und Letzteres oft sehr leidenschaftlich. Acht Frauen und Männer, die dem Kindesalter unterschiedlich weit entwachsen sind, haben für zwei Tage die Perspektive gewechselt und Kinderprogramme geschaut. Von morgens früh bis abends spät. Das erzähle ich Ihnen deshalb, weil ich Danke sagen möchte. Wir prämieren zwei herausragende Sendungen, das Danke geht jedoch an alle, die Fernsehen für Kinder produzieren und die Idee des kindgerechten Fernsehens in ihren Herzen tragen. Wo auch sonst.

Beim Thema Kinderfernsehen geht es um Qualität und nicht um Quote. Es geht um kleine Menschen, die erst dabei sind, sich zu großen Menschen zu entwickeln. Und beim Blick auf deren Fernsehkonsum bleibt festzustellen, dass trotz Internet das Medium Fernsehen für Kinder und Jugendliche zentrales Alltagsmedium bleibt. 53% aller Drei bis 13-Jährigen wurden an einem durchschnittlichen Tag im Jahr 2013 erreicht, wie die Medienforschung gezeigt hat. Dabei lag dann ihre durchschnittliche Verweildauer bei 2½ Stunden täglich. Man kann also schon sagen, dass diejenigen unter uns, die Inhalte mit bewegten Bildern für Kinder machen und verbreiten, eine nicht geringe Verantwortung haben. Mit der Perspektive auf die multimediale Entwicklung dieser Gesellschaft sind Kinder und Jugendliche zutiefst abhängig von uns: dass wir es mit unseren Programmen – ganz simpel gesagt – gut mit ihnen meinen.

Übrigens bin ich überzeugt, dass wir, die wir Programme für Kinder zu unserer - sagen wir - Leidenschaft gemacht haben, dem Namensgeber dieses Preises und seinen christlichen Überzeugungen nicht nur gerecht werden, sondern sehr nahe sind: Robert Geisendörfer drückte das aus, was eine Lebenshaltung meint, deshalb sind wir ihm so verbunden: die Stimme zu erheben für die, deren Stimme nicht gehört wird. Für die Kleinen, die Jüngsten.

Also Danke an alle, deren Arbeit sich um diese Aufgabe dreht. Und auch an das Ehepaar Wolfgang und Gerda Mann, die mit ihrer Stiftung diesen Preis vor elf Jahren angeschoben und ermöglicht haben. Die beiden haben in ihrem Berufsleben mit Studio TV Kinderprogramme produziert und sind ihrer Verantwortung weit darüber hinaus treu geblieben. Sie erheben im wahrsten Sinne weiter ihre Stimme für die Jüngsten unter uns. Und das verbindet sie ganz eng mit Robert Geisendörfer, mit uns, mit den Machern von Kinderprogrammen und den Preisträgern. Die sich in diesem Jahr auch dadurch als herausragend erweisen, dass sie in keiner Weise mit dem erhobenen Zeigefinger daherkommen, wie wir es ja zunehmend in dieser Gesellschaft erleben, sondern einladen zu Verständnis, Nachdenken, Umdenken.

Von solchen Sendungen wünscht sich die Jury mit Magret Albers, Gabriele Arndt-Sandrock, Tilmann P. Gangloff, Dr. Maja Götz, Udo Hahn, Gerda Mann und Heike Mundzeck für die nächsten Jahre mehr. Denn davon kann es nie genug geben.

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